Fünf Kinder liegen auf dem Boden und sehen zur Kamera. Links ist der älteste Bub, daneben das älteste Mädchen. In der Mitte schaut ein sehr junges Mädchen hinter den vorderen vier Kids hervor. Rechts sind noch ein Junge und ein Mädchen.
Fünf Kinder liegen auf dem Boden und sehen zur Kamera. Links ist der älteste Bub, daneben das älteste Mädchen. In der Mitte schaut ein sehr junges Mädchen hinter den vorderen vier Kids hervor. Rechts sind noch ein Junge und ein Mädchen.
 

5 musikalische Bachsöhne = 4 berühmte Bachsöhne, 2 sogar berühmter als der Papa

"Daddy & Sons" = sechs wirklich gute Musiker.

Ja, das wollen wir doch gemeinsam einmal ganz "erbsenzählmäßig" genau nehmen. Also stellen wir zunächst einmal fest, dass fünf Söhne von den zehn Kindern, die überlebten musikalisch waren. Sehr musikalisch sogar, denn nur wenn man sehr musikalisch ist, kann man auch Musiker, Organist, Musiklehrer werden oder in einer Kapelle musizieren. Fünf waren das. Denn da gab es auch den Bernhard. Bernhard war wohl so etwas wie das schwarze Schaf in der Familie (... ich weiß, in deiner Familie gibt's so was nicht, und bei uns gibt's natürlich auch keines, aber in vielen Familien gibt's so eben doch so ein schwarzes Schaf). Bernhard machte seinem Vater viel Kummer und Johann Sebastian selbst schrieb von ihm als dem missratenen Sohn. Schließlich war Bernhard aus seinem letzten Musiker-Job getürmt und ließ seinen Vater auch noch seine Schulden bezahlen.

Mehr Freude hatte Johann Sebastian an den anderen musikalischen Söhnen. Vier waren es an der Zahl und er hatte zwei musikalische Söhne von Maria Barbara, seiner ersten Frau und zwei musikalische Söhne von seiner zweiten Frau Anna Magdalena.

Nein, eine Boygroup das waren die vier berühmten Bachsöhne nie.

Und hier gibt's jetzt wirklich was, um mit eurem Referat, eurer Hausaufgabe oder eurem Aufsatz zu "glänzen": Die wenigsten Menschen heute wissen, dass zwei – tatsächlich sogar zwei Bachsöhne – zu ihrer Zeit berühmter als ihr Vater waren – zu dessen Zeit. Und die beiden anderen waren dort, wo sie musizierten auch berühmt. Und das wird nun etwas kompliziert, denn heute kennt kein Mensch mehr die Namen der vier Söhne, wenn er nicht mindestens weiß, dass Johann Sebastian Bach überhaupt Kinder hatte.

 

Also, wie ging so etwas? Wie fange ich an? Also ... heute, da kommt immer wieder irgend ein Musik-Stil ganz heftig in Mode. Oder eine Boygroup oder eine Girly-Band natürlich auch. Hipphopp gab es irgendwann noch nicht, aber später dann. Mit Rock'n Roll war das auch so. Und irgendwann musizierten die Beatles 'mal in einem ganz neuen Sound, später dann ABBA. Und so ein wenig ähnlich war das früher auch. allerdings waren die Zeiträume, bis sich wieder etwas änderte, weil länger als heute. Es gab so genannte Epochen: da baute man in einem bestimmten Stil, da waren Kleider in einer bestimmten Art hipp und auch die Musik kann man noch sehr gut sehr gut jeder Zeitepoche zuordnen. Man nennt es Mode – auch heute noch. An Autos kann man es gut sehen, oder an der Kleidung von Menschen auf Dias oder von noch früher, auf schwarz-weißen Fotoabzügen mit zackigen Rändern.

 

Und so war Johann Sebastian Bach zunächst ein hervorragender Orgelspieler während seiner Lebenszeit und gegen Ende seines Lebens  bemerkten bereits die Ersten, dass er wahrscheinlich sogar der beste Musiker und Komponist einer ganzen Epoche sein würde. Diese Epoche war damals das so genannte Barock oder auch das Barock-Zeitalter. Nun "hinkt" das mit den Beispielen von vorhin ein klein wenig, denn das Barock-Zeitalter dauerte ganze 200 Jahre lang. So lange ist nicht einmal die jüngste Boyband hipp und so lange bleibt auch kein Musikstil heute mehr aktuell. Aber damals – damals lebte man runde 200 Jahre im Barock. Und zufälligerweise starb – pi mal Daumen, das heißt so ungefähr – Johann Sebastian Bach genau in den letzten Jahren, bevor das Barock-Zeitalter zu Ende ging, das war nämlich 1770. Bach starb ja 1750. 

 

Und jetzt passierte, was bei manchen Menschen ein Missverständnis auslöste – das erzähle ich euch jetzt ganz am Rande – und das aber auch mit diesem Wechsel des allgemeinen Geschmacks zu tun hatte. Johann Sebastian Bach hatte also Musik gemacht, ganz im Geschmack des Barockzeitalters. Das Barock ging aber kurz nach Bachs Tod zu Ende. Leute wollten danach etwas anderes hören und Bachs traumhafte Musik interessierte nun plötzlich keinen Menschen mehr. Weil sie keiner mehr hören wollte, spielte sie auch kein Orchester mehr, kein Musiker und auch keine Kapelle. Sie wurde vergessen. Sie ist nicht wirklich verschollen. Also so, wie der Sphinx in Ägypten, den man erst wieder ausbuddelte oder die Römer-Kastelle im heutigen Europa. Nein, ... weil sie niemand mehr hören wollte, spielte die Musik Bachs einfach keiner mehr. Und kurz darauf kannte sie eben auch keiner mehr. Und den "alten Bach", wie ihn König Friedrich von Preußen nannte, kannte dann auch bald niemand mehr.

Von Mailand bis London feierte man die Bach-Söhne und von Berlin und Potsdam bis Hamburg. Und man hielt zwei sogar für berühmter als Dad.

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Bachs vier Söhne komponierten und spielten Musik bereits in dem Stil, der nach dem Barock spannend war. Natürlich nicht vor 1750. Und auch sie hatten Erfolg. Und weil die nun auch international spielten der eine Sohn sogar bei König Friedrich in Potsdam und Berlin, später war er ein Star in Hamburg ein anderer war gleichzeitig und heute noch zunächst der Mailänder Bach, und dann auch noch der Londoner Bach. Und nun verglich man die Berühmtheit der fünf Bäche zu jeweils ihrer Zeit. Und da gewannen zwei der Söhne absolut. Damals. Heute nicht mehr.

 

Von Johann Sebastian Bach und von Johann Sebastian Bachs Musik wollte man zunächst runde 80 Jahre nach seinem Tod nichts wissen. Das ist eine heftig lange Zeit. Dann aber gab es einen Bach-Fan, der selber begnadet guter Musiker war. Und der meinte, dass es inzwischen an der Zeit war, der Welt zu beweisen, dass Bachs Musik nicht nur für den damaligen Geschmack spitze war, sondern zeitlose Qualität hatte. Kompliziert? Na ja, überleg 'mal. Ein Song, den du heute cool findest: glaubst du, dir gefällt er noch in einem halben Jahr. oder nach einem ganzen Jahr? Und wie mag das in 10 Jahren sein, in 50 Jahren oder in 100 Jahren? Ist ein Lied, oder alle Lieder einer Gruppe nach 30 oder 40 Jahren noch toll, dann wird so ein Titel heute immer wieder "gecovert", die älteren Generation sprechen dann noch von einem Evergreen ( ... siehst du, wie auch Wörter in Mode und außer Mode kommen: während du vielleicht das Wort Evergreen noch nie gehört hast, frag' mal deinen Opa, was "Beyoncé feat. Milli Vanilli" heißt). Also haben wir jetzt rausgefunden, dass nach vielen Jahren und vor allem Jahrzehnten man sich immer weniger an Komponisten, an deren Werke oder einzelne Musikstücke erinnert.

 

Zurück zu den vier bekannten und berühmten Bach-Söhne: Auch deren Musik wurde schon kurze Zeit nachdem sie spannend waren, wieder unmodern ... und kein Mensch spielte sie mehr. Und selbstverständlich vergaß man auch alle vier Bach-Söhne nach deren Tod sehr schnell.

 

Aber Johann Sebastian Bachs gesamtes Werk, das wurde durch diesen einen ebenfalls weltberühmten Musiker, wieder "zum Leben erweckt". Oder wiederentdeckt. Genau 100 Jahre nach der Erstaufführung der weltberühmten Matthäus-Passion wurde dieses Wunderwerk "wieder-uraufgeführt" sozusagen ein klein wenig kürzer, weil Felix Mendelssohn Bartholdy dachte, sein Publikum könne sonst wegen der Länge "verwirrt sein und nicht folgen können". 100 Jahre später. Auf den Tag genau – denn es war wieder der Karfreitag – auch damals und 100 Jahre später. Und wahrscheinlich auf die Stunde genau. Erst viel später, wirklich sehr viel später fand man heraus, dass man sich über Jahrzehnte im Jahr der ersten Aufführung der Matthäus-Passion geirrt hatte: Heute weiß man, die zweite Uraufführung war ganz genau 101 Jahre später.

 

Übrigens berichtete die Presse damals am nächsten Morgen nicht ein Wort über die Uraufführung des für viele überhaupt genialsten Musikwerkes der Erde und aller Zeiten. Diese Uraufführung also war der denkwürdige Tag der Wiederuraufführung genau 101 Jahre nach der eigentlichen Uraufführung. Genau das leitete die Zeit ein, die man heute die Bach-Renaissance nennt, die Wiedergeburt der Begeisterung für Bachs Werk. Seit diesem genau definierten Tag wird nun Bach und sein Musikwerk immer noch berühmter und noch berühmter,

 

Und dass diese Matthäus-Passion zu den genialsten Musikwerken der Menschheit zählt, habe natürlich nicht ich mir ausgedacht, sondern das entnehme ich den vielen Ehrungen, die Wissenschaftler, Politiker, Musiker, Künstler und wichtige Persönlichkeiten in runden 250 Jahren über diesen Ausnahmemusiker Johann Sebastian Bach so sagten.

Hier darf jetzt auch das schwarze Schaf noch mal: Bernhard hat's bestimmt nicht böse gemeint ... und ärgern wollte er seinen Paps ganz sicher nicht. Und weißt du noch, wie berühmt sie waren? Bernhard: gar nicht. Zwei Söhne, dort wo sie arbeiteten. Zwei Brüder waren sehr berühmt und der Papa, der ganz links, der ist  heute  berühmter als alle anderen Musiker.

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© Peter Bach jr.